Fernweh Diner

Ich freue mich schon seit einiger Zeit auf Gabis Geburtstag. Natürlich, weil ich sie lange nicht gesehen habe und es bestimmt viel zu erzählen gibt. Ich freue mich aber auch auf die Feier, denn Gabi hat ins Hofer Fernweh-Diner eingeladen. Ich werde das erste Mal dort sein, in diesem Restaurant mit amerikanischem Flair und Ambiente. Als es eröffnet wurde, waren die Schlagzeilen in der Frankenpost fett. Dieses neuartige Restaurant wurde gefeiert als neueste Sensation und Attraktion unserer Stadt. Klaus Beer, Initiator und Vordenker des Fernwehparks wurde gefeiert als Heilsbringer des Stadtmarketings. Mir als Pfarrer sei die Nebenbemerkung erlaubt, dass er wohl so viel Heil brachte, dass er bei der Einweihung auf einen kirchlichen Segen verzichten konnte und das lieber selber übernahm. Eeigentlich bin ich Freund solcher Ideen und lasse mich gerne auf Neues und auch Ungewohntes im kulinarischen Bereich ein. Aber bis heute habe ich es nicht geschafft, dem neuen Restaurant einen Besuch abzustatten. Da kam mir Gabis Einladung wirklich gerade recht.
Was ich in den letzten Wochen aber dennoch getan habe ist, die Berichterstattung unserer Tageszeitung zur Insolvenz des Restaurants zu verfolgen. Das Geschäftsideen scheitern, oder Baukosten so aus dem Ruder laufen, dass ein ordnungsgemäßer Betrieb nicht mehr möglich ist, kann passieren. Was mich allerdings betroffen macht ist, dass diese Insolvenz als Befreiungsschlag für das Unternehmen gefeiert wird, auch von Herrn Beer, und man nun hoffnungsvoll in eine unternehmerisch positive Zukunft schaut, dabei aber die ortsansässigen Handwerker, die durch das Insolvenzverfahren auf ihren Forderungen sitzen bleiben, offensichtlich leer ausgehen. So werde ich morgen mit durchaus gemischten Gefühlen in das Fernweh-Diner gehen. Doch der Ort ist eigentlich zweitrangig, denn ich freue mich ja auf Gabis Geburtstag.

Ein Gedanke zu “Fernweh Diner

  1. Also, das war ja wirklich ein spannender Besuch. Das Restaurant ist sehr charmant eingerichtet, viele Devotionalien von Stars und Sternchen, jede Menge Handabdrücke der Schönen und Reichen (also nicht von mir). Es ist richtig amerikanisch, die Hamburger waren gut und ein Blick auf die Speisekarte zeigt mir, dass es da noch einiges zu entdecken gibt. Ich werde sicherlich bald eines der Steaks probieren, zumal ich festgestellt habe, dass ich den Küchenchef kenne. Also Fernweh-Diner, bis bald.

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